Akklimatisierung
Dies
ist sicher ein wichtiges Thema, da die Fünftausender in Ecuador in
relativ kurzer Zeit bestiegen werden können, das heißt, bereits
nach Ankunft im Lande könnte man am nächsten Tag auf den Pichincha
gehen. Dies ist sicher nicht die ideale Lösung, deshalb schlage ich
folgende Berge (von Nord nach Süd) zur Akklimatisierung vor:
Norden
„Chiles“
bei Tulcan 4768 m (Der Berg befindet sich inmitten faszinierender Paramolandschaft.
„Imbabura“
Nähe Ibarra 4550 m, (anspruchsvoller als der Chiles)
„Fuya
Fuya“ südl.Otavalo 4263 m (leichte Wanderung)
„Cotacachi“
nördl. Otavalo 4939 m (erfordert Kletterkenntnisse) Quito’s Hausberge
„Guagua
Pichincha“ 4787 m (leichte Trekkingtour)
„Rucu
Pichincha“ 4737 m (Überfallgefahr)
„Atacazo“
südwestlich
von Quito 4410 m, Tagesausflug mit Blick auf Quito und Pichincha.
„Corazon“
4788 m zw. Atacazo und Illiniza
Süden
„Illiniza
Nord“ 5126 m Panamericana Sur (Trittsicherheit erforderlich.
„Rumiñahui“
4712 im Cotopaxi Nationalpark (erfordert Kletterkenntnisse)
„Carihuayrazo“
5020 m nördl.Riobamba (Ein
lohnenswerter Berg im Schatten des großen Chimborazo).
Besteigungsmonate
Empfehlenswert:
November
bis Dezember / Ende Juni bis August
-
Die
letzten 10 Tage im Jahr und Anfang Januar sollen nach Angaben der Bergführer
die beste Zeit für Besteigungen sein.
Grundsätzlich:
„Cotopaxi“
Besteigung
über das ganze Jahr möglich (trockenes Mikroklima)
empfohlen:
November
- Anfang Januar / Juli - Anfang September
„Cayambe“
Oktober
und Januar, November/Dezember evtl. offene, unüberwindbare Randspalte
„Sangay“
September
Östlich
der Cordillera
„Altar“
„Tungurahua“ Dezember - Anfang Januar / Juli und September
Westlich
der Cordillera
„Chimborazo“,
„Illiniza“, „Pichincha“ Dezember - Januar / Juli - September
Regenzeit
(Westen)
Ende Januar - Ende Juni (schneereichste
Monate)
Hinweis:Der
August soll oft verregnet sein!
Trockenzeit
Juli - September (trockenste
Zeit mit vielen Winden)
Oktober
- Januar (trotz Trockenzeit kann es regnen)
Winde
Dezember - Juni (Nordwind
bringt warme Luft)
Juli
- Dezember (Südwind bringt kalte Luft)
Im
Juli / August bläst ein starker und konstanter Wind. Die Temperaturen
sind dann meist unter 0 Grad Celsius.
Hinweis:
Kommt der Wind aus Osten, bringt er hohe Feuchtigkeit vom Urwald mit (Regen,
Hagel, Schnee)!
Man
kann sich leider nicht mehr auf die Faustregeln verlassen. Die zunehmende
Unbeständigkeit des Wetters ist auch auf die Umweltbelastung und Veränderung
des Weltklimas zurückzuführen. Nach der Vollmondphase wird das
Wetter oft schlechter.
Besteigungszeiten
Trotz
der Höhen von über 5000 m sind die Berge in einer relativ kurzen
Zeit zu besteigen. z.B. Pichincha (= 1 Tag), Cayambe, Chimborazo,
Cotopaxi (= 2 Tage). Dies setzt natürlich eine ausreichende
Akklimatisierung voraus.
Man
sollte also vor den Hauptbergen kleinere Touren unternehmen.
Bergrettung
In
Ecuador gibt es noch keine amtliche Bergrettung
und praktisch keine Hubschrauberrettungseinsätze, wohl aber die Bergrettungskolonne
des Bergführerverbandes „ASEGUIM“.
Die Bergführer haben Funkgeräte
und Handys dabei und sind immer untereinander in Verbindung, so daß
im Ernstfall ein Einsatz verhältnismäßig schnell möglich
ist. In Berghütten und Agenturen sind die aktuellen Informationen
angeschlagen.
Himmelsrichtungen
(in Spanisch)
N
/ Norden = Norte
O
/ Osten = Este
W
/ Westen = Oeste
S
/ Süden = Sur
Hütten
Die
Hütten sind für südamerikanische Verhältnisse sehr
großzügig gebaut. In der Regel Selbstversorger, trotz Hüttenwirt,
der in einigen Hütten Getränke anbietet. Eine notdürftige
Küche (Gasherd und vereinzelt auch Kochtöpfe) stehen den Bergführern
und Touristen zur Verfügung. Die Lager (Stockbetten) sind mit Matratzen
versehen. Es gibt keine Decken, daher Schlafsack erforderlich. Die Schlaf-
und Aufenthaltsräume sind kalt, werden selten beheizt (Kaminfeuer).
Die Hüttenwirte wechseln im 10-14-tägigen Zyklus. Einige besitzen
Telefon (radiocall). Die Hygiene könnten besser sein. Wasser auf den
Normalrouten vorhanden, aber keine Waschgelegenheiten. Teilweise abends
Strom (Generator). Die Hütten sind gebührenpflichtig, für
Touristen erhöhte Hüttengebühr.
Hinweis:
Kein Gepäck unbeaufsichtigt zurücklassen - Diebstahlgefahr!
Beim
Cotopaxi und Chimborazo stehen dem Touristen Spinde zur Verfügung.
Kleines Vorhängeschloß muß mitgebracht werden. Ansonsten
die zurückgelassene Ausrüstung beim Hüttenwirt oder Bergführer
(abgeschlossener Raum) deponieren. Am Wochenende, an Feiertagen und während
der Ferienzeit (Juli/August) sind die Hütten ziemlich voll (Ausflügler,
Jugendgruppen). Dann ist trotz Hüttenruhe (22:00 Uhr) kaum an Schlaf
zu denken.
Wichtig:
Abfall wieder mit ins Tal nehmen!
Kartens
Die
topografischen Karten des „IGM“ von den Bergen Ecuadors sind mit
den Karten des „DAV“ von unseren Alpen nicht vergleichbar. Einige
Karten sind für Bergsteiger ohne ortskundigen Führer teilweise
nur bedingt verwendbar.
Lawinengefahr
In
Ecuador beeinflussen andere Witterungsverhältnisse das Bergwetter
als in den Alpen. Hier sind durch intensive Sonneneinstrahlung (Äquator)
mehr die S/W-Hänge gefährdet. Die warme, feuchte Luft vom Oriente
bringt wenig Naßschnee sondern überwiegend trockenen Schnee
und Graupel.
Nationalpark
(gebührenpflichtig)
Cotopaxi,
Sangay
Naturschutzpark
(gebührenpflichtig)
Altar,
Carihuayrazo, Cotacachi, Tungurahua
Organisation www.cotopaxi.info oder www.exploringecuador.com
Paramo Eine in den Anden oberhalb der Waldgrenze feuchte, öde Landschaft mit auftretender typischer Vegetation, die unter anderem aus verschiedenen Sukkulenten (Wolfsmilch- gewächsen z. B. Riesenmönche am Chiles) und Trockengrasfluren (Tussokgrasbüschel) besteht.
Transport
Bei
organisierten Touren sorgt die Agentur oder der Bergführer für
die erforderlichen Transportmittel. Individualreisende müssen mit
Taxi, Camionetas oder Pickup anfahren. Mit den öffentlichen Bussen
ist dies oft sehr umständlich.
Anfahrten
mit dem Kfz bis auf maximale Höhe:
Antizana
4600 m, Carihuayrazo 4380 m, Cayambe 4600 m, Chimborazo 4800 m, Cotopaxi
4600 m, Illiniza 4350 m, Guagua Pichincha 4550 m,
Rucu Pichincha 3950 m, Tungurahua 2850 m.
Gepäcktransportmit Lasttieren beim Altartreck, Antizana, Inkatrail, lliniza, Sangay und Tungurahua möglich.
„Kletter-Übungsfelsen“5
km östlich von Pifo 25 km von Quito Richtung Papallacta (Oriente)
entfernt.
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