Ecuador Trekking - Auszug aus dem Trekking Führervon© Peter Rotter


Akklimatisierung
Dies ist sicher ein wichtiges Thema, da die Fünftausender in Ecuador in relativ kurzer Zeit bestiegen werden können, das heißt, bereits nach Ankunft im Lande könnte man am nächsten Tag auf den Pichincha gehen. Dies ist sicher nicht die ideale Lösung, deshalb schlage ich folgende Berge (von Nord nach Süd) zur Akklimatisierung vor:

Norden
„Chiles“ bei Tulcan 4768 m (Der Berg befindet sich inmitten faszinierender Paramolandschaft.
„Imbabura“ Nähe Ibarra 4550 m, (anspruchsvoller als der Chiles)
„Fuya Fuya“ südl.Otavalo 4263 m (leichte Wanderung)
„Cotacachi“ nördl. Otavalo 4939 m (erfordert Kletterkenntnisse) Quito’s Hausberge
„Guagua Pichincha“ 4787 m (leichte Trekkingtour)
„Rucu Pichincha“ 4737 m (Überfallgefahr)
„Atacazo“ südwestlich von Quito 4410 m, Tagesausflug mit Blick auf Quito und Pichincha.
„Corazon“ 4788 m zw. Atacazo und Illiniza
Süden
„Illiniza Nord“ 5126 m Panamericana Sur (Trittsicherheit erforderlich.
„Rumiñahui“ 4712 im Cotopaxi Nationalpark (erfordert Kletterkenntnisse)
„Carihuayrazo“ 5020 m nördl.Riobamba (Ein lohnenswerter Berg im Schatten des großen Chimborazo).

Besteigungsmonate
Empfehlenswert: November bis Dezember / Ende Juni bis August
- Die letzten 10 Tage im Jahr und Anfang Januar sollen nach Angaben der Bergführer die beste Zeit für Besteigungen sein.

Grundsätzlich:
„Cotopaxi“ Besteigung über das ganze Jahr möglich (trockenes Mikroklima)
 empfohlen: November - Anfang Januar / Juli - Anfang September
„Cayambe“ Oktober und Januar,  November/Dezember evtl. offene, unüberwindbare Randspalte
„Sangay“ September
Östlich der Cordillera
„Altar“ „Tungurahua“ Dezember - Anfang Januar / Juli und September
 Westlich der Cordillera
„Chimborazo“, „Illiniza“, „Pichincha“ Dezember - Januar / Juli - September

Regenzeit (Westen) Ende Januar - Ende Juni (schneereichste Monate)
Hinweis:Der August soll oft verregnet sein!
Trockenzeit Juli - September (trockenste Zeit mit vielen Winden)
Oktober - Januar (trotz Trockenzeit kann es regnen)
Winde Dezember - Juni (Nordwind bringt warme Luft)
Juli - Dezember (Südwind bringt kalte Luft)
Im Juli / August bläst ein starker und konstanter Wind. Die Temperaturen sind dann meist unter 0 Grad Celsius.
Hinweis: Kommt der Wind aus Osten, bringt er hohe Feuchtigkeit vom Urwald mit (Regen, Hagel, Schnee)!
Man kann sich leider nicht mehr auf die Faustregeln verlassen. Die zunehmende Unbeständigkeit des Wetters ist auch auf die Umweltbelastung und Veränderung des Weltklimas zurückzuführen. Nach der Vollmondphase wird das Wetter oft schlechter.
Besteigungszeiten
Trotz der Höhen von über 5000 m sind die Berge in einer relativ kurzen Zeit zu besteigen. z.B. Pichincha (= 1 Tag), Cayambe, Chimborazo, Cotopaxi  (= 2 Tage). Dies setzt natürlich eine ausreichende Akklimatisierung voraus.
Man sollte also vor den Hauptbergen kleinere Touren unternehmen.

Bergrettung
In Ecuador gibt es noch keine amtliche Bergrettung und praktisch keine Hubschrauberrettungseinsätze, wohl aber die Bergrettungskolonne des Bergführerverbandes „ASEGUIM“. Die Bergführer haben Funkgeräte und Handys dabei und sind immer untereinander in Verbindung, so daß im Ernstfall ein Einsatz verhältnismäßig schnell möglich ist. In Berghütten und Agenturen sind die aktuellen Informationen angeschlagen.

Himmelsrichtungen (in Spanisch)
N / Norden = Norte
O / Osten = Este
W / Westen = Oeste
S / Süden = Sur

Hütten
Die Hütten sind für südamerikanische Verhältnisse sehr großzügig gebaut. In der Regel Selbstversorger, trotz Hüttenwirt, der in einigen Hütten Getränke anbietet. Eine notdürftige Küche (Gasherd und vereinzelt auch Kochtöpfe) stehen den Bergführern und Touristen zur Verfügung. Die Lager (Stockbetten) sind mit Matratzen versehen. Es gibt keine Decken, daher Schlafsack erforderlich. Die Schlaf- und Aufenthaltsräume sind kalt, werden selten beheizt (Kaminfeuer). Die Hüttenwirte wechseln im 10-14-tägigen Zyklus. Einige besitzen Telefon (radiocall). Die Hygiene könnten besser sein. Wasser auf den Normalrouten vorhanden, aber keine Waschgelegenheiten. Teilweise abends Strom (Generator). Die Hütten sind gebührenpflichtig, für Touristen erhöhte Hüttengebühr.
Hinweis: Kein Gepäck unbeaufsichtigt zurücklassen - Diebstahlgefahr!
Beim Cotopaxi und Chimborazo stehen dem Touristen Spinde zur Verfügung. Kleines Vorhängeschloß muß mitgebracht werden. Ansonsten die zurückgelassene Ausrüstung beim Hüttenwirt oder Bergführer (abgeschlossener Raum) deponieren. Am Wochenende, an Feiertagen und während der Ferienzeit (Juli/August) sind die Hütten ziemlich voll (Ausflügler, Jugendgruppen). Dann ist trotz Hüttenruhe (22:00 Uhr) kaum an Schlaf zu denken.
Wichtig: Abfall wieder mit ins Tal nehmen!

Kartens
Die topografischen Karten des „IGM“ von den Bergen Ecuadors sind mit den Karten des „DAV“ von unseren Alpen nicht vergleichbar. Einige Karten sind für Bergsteiger ohne ortskundigen Führer teilweise nur bedingt verwendbar.

Lawinengefahr
In Ecuador beeinflussen andere Witterungsverhältnisse das Bergwetter als in den Alpen. Hier sind durch intensive Sonneneinstrahlung (Äquator) mehr die S/W-Hänge gefährdet. Die warme, feuchte Luft vom Oriente bringt wenig Naßschnee sondern überwiegend trockenen Schnee und Graupel.

Nationalpark (gebührenpflichtig)
Cotopaxi, Sangay

Naturschutzpark (gebührenpflichtig)
Altar, Carihuayrazo, Cotacachi, Tungurahua

Organisation www.cotopaxi.info oder www.exploringecuador.com

Paramo Eine in den Anden oberhalb der Waldgrenze feuchte, öde Landschaft mit auftretender typischer Vegetation, die unter anderem aus verschiedenen Sukkulenten (Wolfsmilch- gewächsen z. B. Riesenmönche am Chiles) und Trockengrasfluren (Tussokgrasbüschel) besteht.

Transport
Bei organisierten Touren sorgt die Agentur oder der Bergführer für die erforderlichen Transportmittel. Individualreisende müssen mit Taxi, Camionetas oder Pickup anfahren. Mit den öffentlichen Bussen ist dies oft sehr umständlich.
Anfahrten mit dem Kfz bis auf maximale Höhe:
Antizana 4600 m, Carihuayrazo 4380 m, Cayambe 4600 m, Chimborazo 4800 m, Cotopaxi 4600 m,  Illiniza 4350 m,  Guagua  Pichincha 4550 m,  Rucu  Pichincha 3950 m, Tungurahua 2850 m.

Gepäcktransportmit Lasttieren beim Altartreck, Antizana, Inkatrail, lliniza, Sangay und Tungurahua möglich.

„Kletter-Übungsfelsen“5 km östlich von Pifo 25 km von Quito Richtung Papallacta (Oriente) entfernt.


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